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Praxis·6 Min. Lesezeit

Self-Order-Terminal in der Gastronomie: Kosten, Geräte und worauf es ankommt

Ein Self-Order-Terminal nimmt Bestellungen an, kassiert und schickt alles direkt in die Küche. Hier steht, aus welchen Kosten sich ein Kiosk zusammensetzt, welche Geräte es gibt und was er können muss.

von orderio Team

Ein Self-Order-Terminal, oft auch Bestellterminal, Bestellkiosk oder Kiosk-Terminal genannt, ist ein Bildschirm, an dem Gäste selbst bestellen und bezahlen. Die Bestellung landet ohne Umweg in der Küche und in der Kasse. Aus Schnellrestaurants kennt man das seit Jahren. Inzwischen stehen solche Terminals auch in Imbissen, Burger- und Döner-Läden, Bäckereien und Cafés.

Bevor du eins anschaffst, lohnt ein genauer Blick auf drei Fragen: Passt ein Kiosk zu deinem Betrieb? Was kostet er wirklich, mit allem drum und dran? Und was muss er können, damit er im Alltag hilft und keine Arbeit macht?

Für welche Betriebe sich ein Bestellterminal lohnt

Ein Kiosk spielt seine Stärken dort aus, wo Gäste an einer Theke bestellen und auf ihr Essen warten. Also überall, wo sich zu Stoßzeiten eine Schlange bildet und ein Teil des Teams mit Kassieren beschäftigt ist, statt Essen zuzubereiten.

  • Gut geeignet: Imbiss, Döner, Burger, Pizza zum Mitnehmen, Bäckerei mit Sitzbereich, Café mit Theke, Kantine, Food Court.
  • Bedingt geeignet: kleine Läden mit wenigen Gästen pro Stunde. Hier rechnet sich ein Kiosk eher über den Bestellwert als über die gesparte Zeit.
  • Weniger geeignet: Restaurants mit Bedienung am Tisch. Dort ist ein Tischbestellsystem per QR-Code meist die bessere Wahl, weil der Gast sitzen bleibt.

Was ein Kiosk bringt, und was nicht belegt ist

Die belastbarsten Zahlen kommen von der Universität Hamburg. Ein Team um Karen Gedenk hat Bestellungen aus 20 Restaurants einer Schnellrestaurant-Kette ausgewertet. Gäste gaben am Terminal in zwei Auswertungen 14 und 16 Prozent mehr aus als am Tresen. Wie verbreitet die Geräte schon sind, zeigt McDonald's Deutschland: Laut Finanzchef Christoph Gehrig bestellten 2024 rund 80 Prozent der Gäste im Restaurant am Terminal.

Oft liest man von 20 bis 30 Prozent mehr Umsatz. Eine Studie dazu haben wir nicht gefunden. Was die Forschung tatsächlich gemessen hat, steht in unserem Beitrag Self-Order-Kiosk: Was Studien über Bestellwert und Wartezeit sagen.

Aus diesen Kosten setzt sich ein Self-Order-Terminal zusammen

Viele Angebote nennen nur einen Teil des Preises. Damit du Angebote vergleichen kannst, lohnt es sich, alle Posten einzeln abzufragen.

KostenpunktWas dazugehörtWorauf du achten solltest
SoftwareBestellen, Bezahlen, Abholnummer, Anbindung an Kasse und KüchePreis pro Terminal oder pro Betrieb? Updates und Support inklusive?
GerätBildschirm mit Gehäuse als Wand-, Theken- oder StandgerätKauf oder Miete, Garantie, Austausch bei Defekt
KartenterminalGirocard, Kreditkarte, Apple Pay und Google PayGebühren pro Zahlung beim Zahlungsanbieter
BelegdruckerBeleg und Abholnummer auf PapierAlternativ Beleg als QR-Code aufs Handy
EinrichtungSpeisekarte, Bilder, Menüs, Extras, DesignÜbernimmt der Anbieter das, oder machst du es selbst?
Laufende GebührenProvision pro BestellungSeriöse Kiosk-Anbieter rechnen pauschal ab, ohne Anteil am Umsatz

Beim orderio Bestellterminal kostet die Software 99 Euro pro Terminal und Monat zuzüglich Umsatzsteuer, mit Updates und Support und ohne Provision. Die Hardware stellen wir nach einer Beratung passend zum Betrieb zusammen, als Wand-, Theken- oder Standgerät mit Kartenterminal und Belegdrucker, zum Kauf oder zur Miete. Alle Details stehen auf der Seite Bestellterminal Preise.

Was ein gutes Bestellterminal können muss

  1. Direkte Verbindung zur Kasse: Jede bezahlte Bestellung muss in der Kasse gebucht und mit der TSE signiert werden. Ohne Anbindung tippt dein Team Bestellungen ab, und genau das soll der Kiosk vermeiden.
  2. Menüs und Extras: Beilage, Getränk, Sauce und Zusatzwünsche müssen sich einfach wählen lassen, auch als Pflichtauswahl.
  3. Mehrere Zahlarten: Karte und Handy am Terminal, auf Wunsch auch Bezahlen an der Theke für Gäste, die bar zahlen.
  4. Beleg und Abholnummer: Gedruckt oder als QR-Code aufs Handy. Die Belegausgabepflicht gilt auch hier, mehr dazu im Beitrag zur Bonpflicht.
  5. Allergene und Zusatzstoffe: Sie sollten mit einem Tipp am Produkt sichtbar sein. Was du kennzeichnen musst, steht in unserem Beitrag zu Allergenen und Zusatzstoffen.
  6. Ausfallsicherheit: Fällt das Internet aus, darf keine bezahlte Bestellung verloren gehen.
  7. Mehrere Sprachen und eine Bedienung, die auch im Sitzen oder für kleinere Menschen erreichbar ist.
  8. Eine Speisekarte für alles: Preise und ausverkaufte Artikel sollten in Kiosk, Kasse und Online-Shop gleichzeitig stimmen.

Barrierefreiheit: was heute feststeht

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Ein im Kiosk eingebautes Kartenterminal zählt als Zahlungsterminal und fällt darunter. Ob ein reines Bestellterminal selbst erfasst ist, ist bisher nicht geklärt. Frag deinen Anbieter deshalb, welche Funktionen für Barrierefreiheit das Gerät mitbringt. Die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag zum Barrierefreiheitsgesetz.

So läuft die Einführung ab

  1. Standort festlegen: Der Kiosk gehört in den Laufweg zwischen Eingang und Theke, nicht in eine Ecke.
  2. Gerät wählen: Wandgerät bei wenig Platz, Thekengerät für kleine Läden, Standgerät für Eingangsbereiche.
  3. Speisekarte vorbereiten: gute Bilder, kurze Namen, klare Menüs. Was auf dem Bildschirm unklar ist, landet sonst als Frage an der Theke.
  4. Team einweisen: Wer an der Theke steht, sollte Gästen in den ersten Wochen kurz zeigen, wie es geht.
  5. Nach vier Wochen auswerten: Wie viele Bestellungen laufen über den Kiosk, und wie hat sich der Bestellwert entwickelt?

Häufige Fragen

Was kostet ein Self-Order-Terminal?

Es fallen Kosten für Software, Gerät, Kartenterminal und Einrichtung an. Bei orderio kostet die Software 99 Euro pro Terminal und Monat zuzüglich Umsatzsteuer. Die Hardware gibt es nach Beratung zum Kauf oder zur Miete.

Was ist der Unterschied zwischen Self-Order-Terminal, Bestellterminal und Kiosk?

Keiner. Alle drei Begriffe meinen einen Bildschirm, an dem Gäste selbst bestellen und meist auch bezahlen.

Braucht ein Bestellterminal eine TSE?

Bezahlte Bestellungen müssen wie an der Kasse mit TSE-Signatur gebucht werden. Am einfachsten ist das, wenn der Kiosk direkt mit einer TSE-Kasse verbunden ist.

Lohnt sich ein Kiosk für einen kleinen Imbiss?

Oft ja, wenn zu Stoßzeiten eine Schlange entsteht oder ein Teil des Teams nur kassiert. Bei sehr wenigen Gästen pro Stunde rechnet er sich eher über den höheren Bestellwert.

Erhöht ein Kiosk den Umsatz?

Die Universität Hamburg fand in 20 Schnellrestaurants 14 und 16 Prozent höhere Ausgaben pro Bestellung am Terminal. Wie viel es in deinem Betrieb ist, hängt von Sortiment und Angeboten ab.

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